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	<title>Manfred Fenn &#187; Leichenrede</title>
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		<title>Leichenrede</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Feb 2010 02:26:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manfred Fenn</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tja, liebe Freunde, so bin ich nicht mehr. Traurig? Müsst ihr nicht sein. Ihr kommt ja alle mal dran. Also, Kopf hoch und Augen auf, damit ihr nicht über die Urne stolpert. Und dass mir keiner an zu beten fängt! Meine Angelegenheiten habe ich immer selbst geregelt; also: Wenn`s ein Danach gibt, so bin ich schon auf dem Wege zur Reklamation, wenn ich nicht grade den Chef persönlich zurechtstutze.
Denn dieser Teil der Welt, in dem ihr euch noch aufhaltet, ist ein Mängelexemplar. Das hier als sinnvolles Vorspiel für`s Paradies zu betrachten, den Unsinn mit Karma abzutun, Allahs, Buddahs, Jesusse zu erfinden, den Frauen die Kitzler abzuschneiden, Kinder zu schlagen: das sind alles hilflose Versuche, von der Tatsache der absoluten Sinnlosigkeit dieses Seins abzulenken. Jede Prophezeiung scheitert an der grenzenlosen Grausamkeit der Fakten, der Perversion des apokalyptischen Elends: Angefangen mit der Natur (huch, wie schön ist eine Sturmflut), Hunger, Krankheit, Krieg, Eifersucht, Hass, Neid, Gier, Habsucht und weiter mit den in jedem wohnenden Gefühlen, Komplexen, Ängsten, Trieben, unerfüllten Wünschen bis hin zur Verdrängung der möglichen Eindrücke und Empfindungen &#8211; hier hat der Teufel hergeschissen&#8230;
Ist doch ein ziemlicher Misthaufen, die &#8220;Mutter Erde&#8221;. Mir kam es hier oftmals vor, wie auf einem Schrottplatz. Ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Tja, liebe Freunde, so bin ich nicht mehr. Traurig? Müsst ihr nicht sein. Ihr kommt ja alle mal dran. Also, Kopf hoch und Augen auf, damit ihr nicht über die Urne stolpert. Und dass mir keiner an zu beten fängt! Meine Angelegenheiten habe ich immer selbst geregelt; also: Wenn`s ein Danach gibt, so bin ich schon auf dem Wege zur Reklamation, wenn ich nicht grade den Chef persönlich zurechtstutze.</p>
<p>Denn dieser Teil der Welt, in dem ihr euch noch aufhaltet, ist ein Mängelexemplar. Das hier als sinnvolles Vorspiel für`s Paradies zu betrachten, den Unsinn mit Karma abzutun, Allahs, Buddahs, Jesusse zu erfinden, den Frauen die Kitzler abzuschneiden, Kinder zu schlagen: das sind alles hilflose Versuche, von der Tatsache der absoluten Sinnlosigkeit dieses Seins abzulenken. Jede Prophezeiung scheitert an der grenzenlosen Grausamkeit der Fakten, der Perversion des apokalyptischen Elends: Angefangen mit der Natur (huch, wie schön ist eine Sturmflut), Hunger, Krankheit, Krieg, Eifersucht, Hass, Neid, Gier, Habsucht und weiter mit den in jedem wohnenden Gefühlen, Komplexen, Ängsten, Trieben, unerfüllten Wünschen bis hin zur Verdrängung der möglichen Eindrücke und Empfindungen &#8211; hier hat der Teufel hergeschissen&#8230;</p>
<p>Ist doch ein ziemlicher Misthaufen, die &#8220;Mutter Erde&#8221;. Mir kam es hier oftmals vor, wie auf einem Schrottplatz. Ein Schrottplatz, auf dem nicht alte Autos abgeladen werden, sondern defekte Lebewesen und anderes Gerümpel. Jeder Schweinkram liegt und kraucht da rum nach der Devise: Schade Deinem Nächsten &#8211; Uran, schmieriges Erdöl, Viren, Schlangen, Raubtiere, Menschen &#8211; alles ein Matsch.</p>
<p>Natürlich weiß ich, dass es nicht lohnt, sich mitzuteilen, da doch keiner versteht, verstehen will, verstehen kann. Naja &#8211; Schrott oder so.</p>
<p>Doch ich weiß, wie langweilig solche Beerdigungen sind. Besonders langweilig und bescheuert fand ich es, den nicht mehr Anwesenden nun als guten Menschen darzustellen &#8211; das Schwein, den Sauhund.</p>
<p>Und nun seht mal zu, dass ihr mein Schandmaul schnell unter die Erde bringt &#8211; der Fernsehsessel wartet.</p>
 
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