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	<title>Manfred Fenn &#187; Nach dem Urteil</title>
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		<title>Nach dem Urteil</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 20:49:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Manfred Fenn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gedanken]]></category>
		<category><![CDATA[Nach dem Urteil]]></category>
		<category><![CDATA[Erde]]></category>
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		<description><![CDATA[Von Manfred Fenn
Mit verkniffenem Gesicht steht der Delinquent auf dem Gerichtsflur. Durch das geschwungene Kristallfenster sieht er bunte Lichter wippen. Er verzieht das Gesicht, fast so, als würde er von den eindringenden Strahlen geblendet. Leise stöhnt er auf.
An seiner Seite, ihm zugewandt, scharrt sein Leidensgefährte ungeduldig mit einem seiner Füße.
„Es musste ja schief gehen“, sagt dieser nun. „Nimm es halt hin! Ist ja auch keine Ewigkeit. Wirst sehen, bald bist Du wieder hier!“
„Du hast gut reden“, erwidert der Delinquent. „Ja, gut reden hast Du. Und zuviel geredet hast Du ohnehin!“
„Was sollte ich denn tun? Die Beweislast war einfach zu erdrückend. Hättest Du auch gleich gestanden, wärest Du auch besser davon gekommen! Aber es ist so, wie es ist. Wir müssen halt die Suppe auslöffeln, die wir uns da eingebrockt haben!“
„Die Suppe auslöffeln, die wir, haha, wir uns da eingebrockt haben? Was musst Du da schon löffeln!“
„Na, nun gib mal zu, dass es für mich auch kein Kinderspiel sein wird! Auch meine Zeit ist lang. Immerhin 12 Jährchen!“
„12 Jahre, davon merkst Du doch kaum etwas. Dir wird doch nicht mal klar werden, wo Du da bist! Pah, 12 Jahre!“
„12 Jahre sozusagen Armenhaus, ohne Vater! Eine Mutter, die trinkt und hurt. Jeden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Manfred Fenn</em></p>
<p>Mit verkniffenem Gesicht steht der Delinquent auf dem Gerichtsflur. Durch das geschwungene Kristallfenster sieht er bunte Lichter wippen. Er verzieht das Gesicht, fast so, als würde er von den eindringenden Strahlen geblendet. Leise stöhnt er auf.</p>
<p>An seiner Seite, ihm zugewandt, scharrt sein Leidensgefährte ungeduldig mit einem seiner Füße.</p>
<p>„Es musste ja schief gehen“, sagt dieser nun. „Nimm es halt hin! Ist ja auch keine Ewigkeit. Wirst sehen, bald bist Du wieder hier!“</p>
<p>„Du hast gut reden“, erwidert der Delinquent. „Ja, gut reden hast Du. Und zuviel geredet hast Du ohnehin!“</p>
<p>„Was sollte ich denn tun? Die Beweislast war einfach zu erdrückend. Hättest Du auch gleich gestanden, wärest Du auch besser davon gekommen! Aber es ist so, wie es ist. Wir müssen halt die Suppe auslöffeln, die wir uns da eingebrockt haben!“</p>
<p>„Die Suppe auslöffeln, die wir, haha, wir uns da eingebrockt haben? Was musst Du da schon löffeln!“</p>
<p>„Na, nun gib mal zu, dass es für mich auch kein Kinderspiel sein wird! Auch meine Zeit ist lang. Immerhin 12 Jährchen!“</p>
<p>„12 Jahre, davon merkst Du doch kaum etwas. Dir wird doch nicht mal klar werden, wo Du da bist! Pah, 12 Jahre!“</p>
<p>„12 Jahre sozusagen Armenhaus, ohne Vater! Eine Mutter, die trinkt und hurt. Jeden Tag ein Neuer, der mich auf die Straße schickt, der mich schlägt. Stets hungrig und dann ein Hinkebein!“</p>
<p>„Und dann ein kurzer Sturz vom 2. Stock. Und das war’s! Aber ich, ich muss dort ausharren, ausharren bis mich der Krebs auffrisst! 72 Jahre Erde!“</p>
 
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